Naturnahe Terraristik

 

 

Bezeichnung

Paroedura stumpfii - Großkopfgecko (Boettger 1879)

 

Vorkommen

Insel Nosy Bè im Nordwesten Madagaskars

 

Lebensraum

Bodenregionen der Regenwälder sowie verwilderte Plantagen

 

Aussehen

 

Verschiedene Brauntöne, entlang des Rückens paarig angeordnete dunklere Flecken, entlang der Wirbelsäule verläuft eine beige gefärbte Linie. Unterseite hellbeige. Jungtiere tragen eine Jungtierfärbung, die sich sehr von der der Eltern unterscheidet. Ihre Köpfe und Schwänze sind orange bis rot, die Rückenzeichnung erinnert an die der Jungen des Leopardgeckos (Eublepharis macularius). KRL: ca. 13 cm.


 


 

    

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Haltung

 

Am besten bewährt hat sich bei mir die Haremshaltung, 1 Männchen und mehrere Weibchen. Da sich die Tiere gerne am Boden aufhalten, sollte die Grundfläche nicht zu klein gewählt werden, etwa 60*60 für eine 1.2 - Gruppe. Mit ihnen lebt jeweils ein Teppich-Chamäleon (Furcifer lateralis) zusammen. Als Bodengrund verwende ich ein Gemisch aus 2 Teilen ungedüngter Blumenerde und 1 Teil Sand. Um ein tropisch- feuchtes Klima zu erreichen, sollte man mindestens einmal täglich das ganze Becken bebrausen. Eine gute Bepflanzung wirkt sich positiv auf das Klima aus, und eine Luftfeuchte von 70-90% kann besser gehalten werden. Da die Geckos gerne kopfüber an Baumstämmen hängen und so jagen, runden einige Äste und eine Rückwand die Einrichtung ab. Die Temperaturen sollten zwischen max. 28° Grad über Tag und 22° in der Nacht liegen.

 

Futter

Alle Insekten die sie überwältigen können. Regelmäßiges bestäuben der Futtertiere ist unerlässlich. Auch Futtertiere sollten gut ernährt werden, das kommt unseren Terrarienpfleglingen nur zugute. Ideales und abwechslungsreiches Futter ist der Wiesenplankton, den man von umweltbelastungsfreien Wiesen selber keschern kann. Hierbei sollte man aber die Naturschutzbedingungen einhalten, denn einige unserer Insektenarten sind geschützt, z.B. Libellen und diverse Heuschreckenarten.

 

 

Zucht

Im Terrarium legen meine Tiere zwischen April und Anfang Oktober ihre Eier ab, meistens eins oder zwei. 3-4 Eier, wie bei "Henkel/Schmidt 1991", kann ich nicht belegen. Teilweise werden die Eier vergraben oder unter Rindenstücke gelegt, manchmal aber auch einfach im Terrarium verstreut. Eine Winterabsenkung erfolgt nicht, aber durch die etwas kühlere Raumtemperatur ist eine leicht niedrigere Gesamttemperatur die Regel. Alle 3-4 Wochen legen die Weibchen Eier ab, durch diese starke Belastung zeigen sie sehr schnell Mangelerscheinungen, die zum Ausfall des Schwanzes und zu guter Letzt zum Tode führen können. Ein gut vitaminisiertes Futter ist deshalb eine Grundvoraussetzung für eine Haltung. Hierzu benutze ich Korvimin ZVT (welches es seit kurzem auch für Reptilien gibt), versetzt mit Brennnesselpulver. Zusätzlich biete ich den Tieren während der Eiablagezeit Sepiaschulp zur ständigen Verfügung an.

 

Inkubation und Aufzucht

Bei einer Temperatur von 26° Grad und einer Luftfeuchte von bis zu 100% schlüpfen die Jungen nach 56 bis 65 Tagen. Eine Nachtabsenkung der Inkubationstemperatur auf 22° Grad wirkt sich positiv auf die Schlupfzahl und auf das Geschlechterverhältnis aus.

 

Literatur

  • Geckos, Henkel/Schmidt; Ulmer Verlag 1991
  • Amphibien und Reptilien Madagaskars, Henkel/Schmidt; Ulmer Verlag 1995